Zwölf Tage vor Ablauf der Nachfrist am 31. Juli 2026 hat das BSI am 18. Juli 2026 einen Zwischenstand veröffentlicht: 24.200 der rund 29.500 verpflichteten Einrichtungen haben sich im MIRT-Portal registriert. Das entspricht einer Registrierungsquote von 82 Prozent – ein erheblicher Fortschritt gegenüber den 18.500 vom 1. Juli, aber immer noch fehlen rund 5.300 Einrichtungen.
Sektoren mit den größten Lücken
Erstmals veröffentlicht das BSI eine Aufschlüsselung nach Sektoren. Die niedrigsten Registrierungsquoten weisen auf:
- Digitale Infrastruktur: 61 Prozent – viele kleinere DNS-Betreiber und Rechenzentrumsanbieter haben sich noch nicht erkannt
- IKT-Dienstleistungsmanagement: 65 Prozent – Managed-Service-Provider unterschätzen häufig ihre Einordnung als wichtige Einrichtung
- Öffentliche Verwaltungen: 71 Prozent – kommunale Einrichtungen mit weniger als 5.000 Einwohnern sind weiterhin verunsichert über ihre Betroffenheit
Hoch registrierte Sektoren sind dagegen Energie (96%), Bankwesen (94%) und Trinkwasser (91%) – dort hatte die Regulierungsgeschichte der letzten Jahre bereits ein starkes Compliance-Bewusstsein aufgebaut.
Was das BSI nach dem 31. Juli tun wird
Das BSI hat bestätigt, dass es nach dem 31. Juli keine weiteren individuellen Mahnungen verschicken wird. Stattdessen werden die nicht registrierten Einrichtungen nach Sektoren und Regionen priorisiert und mit förmlichen Aufsichtsschreiben kontaktiert, denen Bußgeldverfahren folgen können. Die Behörde hat angekündigt, zunächst wesentliche Einrichtungen zu priorisieren, da bei diesen höhere Bußgeldrahmen gelten.
Was jetzt noch getan werden kann
Die verbleibenden 12 Tage reichen aus, um die Registrierung im MIRT-Portal abzuschließen – der Prozess dauert bei vollständigen Unterlagen etwa 45 Minuten. Wer noch unsicher ist, ob sein Unternehmen unter NIS2 fällt, sollte den BSI-Betroffenheitsprüfer nutzen oder den kostenlosen NIS2-Check auf dieser Seite absolvieren.